Wie sich Freundschaften im Lebensablauf verändern

Warum manche Freundschaften überleben und andere nicht

Etwa im Grundschulalter beginnt der Mensch mit Kooperationen und Freundschaften. Diese verändern sich über die Jahre. Wird der Mensch älter, pflegt er immer weniger Freundschaften. Eine Studie hat sich dieser Entwicklung jüngst angenommen.

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Einer für alle, alle für einen. Das ist das Motto vieler Freundschaften. Doch im Laufe des Lebens können sie sich auch verändern.

 

Zwischenmenschliche Bindungen, die eine Art Vorstufe zu Freundschaften sind, entwickeln Kinder laut einer aktuellen Studie im Grundschulalter. Mit etwa neun Jahren beginnt dann die nächste Phase: die Kinder beginnen, auf die Bedürfnisse ihrer Altersgenossen einzugehen und vertrauen ihnen bald auch schon Gefühle und Gedanken an. Somit wird die Basis für eine Freundschaft gelegt. Wie die Forscher entdeckten, sind diese ersten Freundschaften bereits relativ stabil. Etwa 60 % von ihnen überleben den Sprung von der Grund- hin zur Oberschule.

 

Freunde als Ersatz der Eltern

Wenn die Kinder heranwachsen und sich zu Jugendlichen entwickeln, verändern sich auch die Freundschaften. Die Freunde sind nicht mehr nur Spielkameraden, sondern werden zu Vertrauenspersonen. Sie helfen bei schwierigen Entscheidungen und Lebenssituationen. Ferner geben sie Halt und unterstützen einander auf dem Lebensweg.

Mit all diesen Funktionen lösen die Freundschaften zum Teil die Beziehung zu den Eltern ab. Doch viele Freundschaften werden auf eine harte Probe gestellt, wenn sich nach der Schulzeit oder dem Studium die Lebensumstände stark verändern.

 

 

Warum manche Freundschaften überleben

Forscher von der Universität Mainz haben untersucht, woran Freundschaften scheitern und haben die wichtigsten Gründe zusammengefasst. Einer der wichtigsten: Umzug. Ziehen Menschen in eine Stadt, finden sie dort meist nicht all zu viele neue Freunde. Kontakte zur alten Heimat bleiben hingegen oft auf der Strecke. Auch Kinder sind ein Freundschafts-Killer: Eltern konzentrieren sich natürlich vor allem auf ihren Nachwuchs. Dazu werden die Berührungspunkte mit kinderlosen Freunden weniger. Bei Scheidungen gehen oft die Freundschaften verloren, die über den Ehepartner geschlossen wurden.

Positiv wirken sich dagegen eine Hochzeit sowie ein neuer oder ein erster Job aus. Hier werden Leute kennen gelernt, die meist in einer ähnlichen Lebenssituation und in einer ähnlichen Schicht sind.

 

Immer weniger Freunde

Je Älter die Menschen werden, desto weniger Freunde haben sie auch. Und das obwohl sie im wieder mit neuen Menschen in Kontakt treten und neue Leute kennen lernen. Laut der Studie verlieren Menschen ab einem durchschnittlichen Alter von 24,6 Jahren Freundschaften. Ab dem 30. Lebensjahr verlieren wir dann durchschnittlich alle fünf Jahre einen Freund. Dafür nimmt die Intensität der Freundschaften deutlich zu.