Wissenschaft uneinig: Warum weinen wir?

Dienen Tränen der Kommunikation oder haben Sie bloße Schutzfunktion?

In besonders emotionalen Situation neigt der Mensch zum Weinen. Frauen häufiger, Männer seltener. Tränen in den Augen haben beim Menschen mehr Funktionen, als bloß Schmutz zu entfernen. Warum ist das so? Keiner scheint die Antwort zu kennen.

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Warum weinen wir? Welche Funktion haben Tränen? Zum einen sollen sie unser Auge schützen. Zum anderen kommuniziert der Mensch darüber seine Gefühle. Trauer wird oft auch durch Tränen ausgedrückt.

 

Eine Funktion der Tränen ist ziemlich offensichtlich. Wenn etwas in unserem Auge ist, z. B. eine kleine Fliege sich dorthin verirrt hat oder uns einfach nur ein starker Wind ins Gesicht bläst, fängt das Auge an zu tränen. Das ist eine reine Schutzfunktion. Sie soll unsere Sehkraft schützen, indem beispielsweise Schmutz und Staub ausgespült werden. So weit, so langweilig.

 

Zwei Ideen für die Ursache

Doch als einziges bekanntes Säugetier weinen wir Menschen auch in besonders emotionalen Situation. Streit mit dem Partner, Stress im Beruf oder auch vor Freude – wenn wir sehr stark aufgewühlt sind, beginnen wir zu weinen.

Warum das so ist, können Wissenschaftler noch nicht sagen. Es gibt zwei große Theorie, die beide mit vielen Studie belegt wurden. Es konnte sich aber noch keine der beiden durchsetzen. Deshalb gibt es unter den Forschern noch immer große Diskussionen.

Theorie 1 besagt: Weinen dient dazu, Stress und Druck abzubauen. Deshalb würde mit den Tränenflüssigkeiten auch entsprechende Stoffe aus dem Körper geschwemmt. Diese Theorie ist jedoch weitestgehend widerlegt. Zwar werden tatsächlich mit den Tränen verschiedene Hormone transportiert, die Mengen sind aber zu gering, um einen Einfluss auf unseren Körper zu haben.

 

 

Doch nur Kommunikation?

Außerdem zeigt die Forschung in der Psychologie, dass Weinen emotional ebenfalls keinen Druck abbaut. „Alles rauslassen“ oder „einfach mal weinen“ hilft also nicht – auch wenn es ein gern gegebener Rat ist. Studien zeigen, dass es Menschen nach dem Weinen nicht besser geht als vorher. Denn das Weinen ist auch anstrengend für den Körper – er steht dabei unter ständiger Anspannung.

Theorie 2 besagt, dass Weinen im Wesentlichen eine Form der Kommunikation zwischen Menschen ist. Für diese Theorie spricht, dass Menschen im jungen Alter gleich häufig weinen – zwischen Mädchen und Jungen gibt es da keinen Unterschied. Erst wenn sie erwachsen werden, wird den Männern das Weinen abtrainiert. Es scheint also eine Form des gesellschaftlichen Drucks zu geben und keine biologische Ursache.

Deshalb scheint die zweite Theorie – das Weinen einfach nur eine Form der Kommunikation zwischen uns Menschen ist – zu stimmen. Wissenschaftlich belegt ist sie aber noch nicht. Der Wettstreit der Forscher wird wohl noch weiter gehen.

 

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