Zeckensaison: Auch im Herbst sind Zecken noch aktiv

Seien Sie wachsam nach Spaziergängen oder dem Pilze-Sammeln

Jetzt ist Pilzsaison. Tausende Pilzsucher strömen in die Wälder auf der Suche nach Steinpilz, Marone & Co. Die Ruhe im Wald ist dahin. Reh, Wildschwein und Hirsch sind deswegen nicht erbaut über den Besuch. Doch ein Wald- und Wiesenbewohner freut sich auf den Ansturm: die Zecke – im Volksmund auch Holzbock genannt. Es handelt sich bei den blutsaugenden Ektoparasiten um eine Milbenart (Spinnentiere), die auch menschliches Blut zu schätzen weiß. Viele Zeckenarten sind allerdings Krankheitsüberträger.

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Zecken, im Volksmund oftmals auch als Holzböcke bezeichnet, lauern in Wald und Flur. Hat man sich einen der Parasiten eingefangen, entfernt man ihn am besten mit der Zeckenzange.

 

Zecken lauern vor allem im Wald und auf Wiesen auf ihre Wirtstiere. Streift ein Wirbeltier vorbei, lassen sich die Lauerer aus ihrem Versteck fallen und per Anhalter im Fell oder auf der Haut mitnehmen. Dort suchen sie sich eine geeignete Stelle zum Blutsaugen. Mit Ihrem Speichel jedoch gelangen auch mögliche Krankheitskeime in den Wirtskörper.

 

Zecken sind Krankheitsüberträger: Nehmen Sie einen Zeckenbiss nicht auf die leichte Schulter

Infizierte Zecken können folgende Krankheiten übertragen:

  • Borreliose,
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME),
  • Babesiose,
  • Ehrlichiose,
  • Rickettsiosen oder
  • Neoehrlichiose.

Sollte man einen Zeckenstich bemerken, so muss er unbedingt beobachtet werden. Tritt nach dem Entfernen der Zecke eine sogenannte Wanderröte auf, so sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Er wird dann die weiteren Untersuchungen auf Borreliose einleiten. Auch bei Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sollte der Arzt über den Zeckenbiss informiert werden. Dies sind nämlich nicht nur die Symptome einer Sommergrippe, sondern auch eine FSME kann so beginnen.

 

Zeckenbiss vermeiden: Was tun?

Zecken lauern überall und gerade ein milder Winter lässt viele Tiere überleben. Die Tiere sind bis Temperaturen um die 10°C aktiv. Das heißt auch: Der Klimawandel lässt die Zeckensaison länger dauern. Sie reicht mittlerweile von März bis in den November hinein.

  • Wer in Wald und Flur unterwegs ist, sollte lange Kleidung tragen.
  • Auch wenn es modisch nicht dem allerneuesten Chic entspricht, ziehen Sie die Socken über die langen Hosenbeine. Zecken sitzen gerne im Gras oder Unterholz und haben es so deutlich schwerer, einen Weg durch den Stoff zu finden.
  • Tragen Sie helle Kleidung, denn auf ihr sieht man die Zecken besser.
  • Nach dem Spaziergang oder Pilze-Sammeln wechseln Sie die Kleidung, duschen Sie und suchen Sie danach nochmals die Haut nach kleinen, schwarzen Punkten mit acht Beinen ab. Bevorzugte Stellen sind Arme, Beine, Kniekehlen, Hals, Haaransatz sowie die Leistenbeuge oder der Schritt, da hier die Haut besonders dünn und warm ist.
  • Sie können auch, bevor Sie zum Gang in die Natur aufbrechen, ein insektenabweisendes Mittel auf die Haut auftragen. Doch die Wirkung dieser Mittel basiert vielfach auf Geruchsstoffen, die mit der Zeit verfliegen. Sie bieten daher keinen absoluten Schutz.
  • Leben Sie in einem FSME-Risikogebiet, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine FSME-Impfung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei bestimmten Patientengruppen die Kosten.

 

 

Zecken entfernen: Aber wie?

Haben Sie sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Zecke eingefangen, so muss diese schnellstmöglich entfernt werden. Alte Hausmittel sprechen davon, die Zecke abzubrennen oder Öl auf die Zecke zu träufeln, die daraufhin erstickt. Davon kann nur dringendst abgeraten werden. Gerade im Todeskampf injiziert die Zecke verstärkt Sekrete in den Wirtskörper und genau das muss vermieden werden. Am einfachsten ist es, die Zecke vorsichtig aber schnell herauszudrehen. Reißen Sie die Zecke nicht einfach heraus. Das Saugorgan könnte in der Haut verbleiben. Wer hat, sollte eine Zeckenzange oder eine Zeckenkarte verwenden. Diese gibt es für wenig Geld in der Apotheke. Das Apothekenpersonal wird Ihnen auch gern die korrekte Anwendung erklären.

Desinfizieren Sie die Stelle nach dem Entfernen der Zecke mit einer Alkohol- oder Jodtinktur und beobachten Sie sie genau. Kommt es zu nicht abklingenden Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz sollten Sie bei einem Arzt vorstellig werden.

 

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