Zusammenhang zwischen Posttraumatischer Belastungsstörung und Diabetes-Entstehung entdeckt

PTSD/PTBS beeinflusst Psyche & Physis

Bei der Posttraumatischen Belastungsstörung (engl. posttraumatic stress disorder, Abk. PTSD bzw. PTBS) leidet zunächst die Seele. Doch das Trauma kann sich auch in physischen Folgen manifestieren. Forscher belegten nun, dass die PTSD die Entstehung von Diabetes fördern kann und für Frauen ein doppelt so hohes Risiko besteht.

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Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung krankt nicht nur die Seele. Auch physisch drohen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und chronische Entzündungsprozesse.

 

Ein gemeinsames Forschungsprojekt von Wissenschaftlern aus Harvard und der Columbia University (USA) belegt, dass es einen Zusammenhang von Posttraumatischen Belastungsstörungen und der Zuckerkrankheit, wie der Diabetes im Volksmund genannt wird, gibt. Ihre Studie stellten die Forscher im Fachblatt Jama Psychiatry vor.

 

Posttraumatische Belastungsstörung erhöht Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes & Übergewicht

Für ihre Studie beobachteten die Wissenschaftler im Zeitraum von 1989 bis 2011 ca. 50.000 Frauen im Rahmen der Nurses Health Study. Dabei fiel auf, dass jene Frauen, die zu Beginn der Untersuchung unter einer sehr schweren Posttraumatische Belastungsstörung litten, später vielfach einen Diabetes Typ II entwickelten. Er wird allgemein auch als Altersdiabetes bezeichnet. Bei fast 12 Prozent der Betroffenen ab 60 Jahren traf dies zu. In der Vergleichsgruppe, also all jenen Frauen ohne schwere PTSD, waren nur knapp sieben Prozent von diesem Diabetes-Typ betroffen.

Damit zeigt sich einmal mehr, dass die psychische Gesundheit auch Auswirkungen auf die Physis hat. Die posttraumatische Belastungsstörung beeinträchtigt allgemein das Wohlergehen „und erhöht das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Übergewicht.“, so schreiben es die Forscher.

Verantwortlich für die zusätzlichen Diabetes-Fälle sind vermutlich Antidepressiva und Übergewicht. Krankhafte Niedergeschlagenheit führt nicht selten in einen Teufelskreislauf. Viele Betroffene versuchen zunächst mit Ersatzhandlungen wie Fressattacken die Leere in ihrer Seele zu kompensieren. Auch fühlen sie sich vielfach nicht mehr in der Lage, sich als Ausgleich sportlich zu betätigen oder ihren Hobbies nachzugehen. Fast unweigerlich einher geht damit eine Gewichtszunahme, unter der das Selbstwertgefühl der Frauen weiter leidet. Die Fressattacken, fehlende Bewegung und die Gewichtszunahme sorgen langfristig dafür, dass der Blutzuckerspiegel entgleist und immer mehr Insulin ausgeschüttet werden muss, solange bis sich eine Insulin-Resistenz und damit der Diabetes Typ II etabliert hat.

 

 

Wer Risiken & Zusammenhänge kennt, kann besser vorsorgen

Frauen und Ärzte müssen für den Zusammenhang zwischen Posttraumatischer Belastungsstörung und Diabetes verstärkt sensibilisiert werden. Denn wer das Risiko kennt, kann besser vorsorgen. Regelmäßige Kontrollen des Blutzuckerspiegels führen zu einem rechtzeitigen Erkennen und Behandeln des Altersdiabetes und verhindern somit schwere Folgeschäden wie Erblindung, Nervenschäden oder Amputationen.

Die Studie aus den USA belegt, dass Frauen stärker gefährdet sind als Männer, denn im Laufe ihres Lebens bekommt statistisch gesehen eine von neun Frauen eine Posttraumatische Belastungsstörung. Die psychische Erkrankung ist dabei beim weiblichen Geschlecht doppelt so häufig wie bei Männern. Das Risiko für Frauen für die Erkrankung ist generell höher, hinzukommt nochmals die Gefahr besonders traumatisierender Erlebnisse wie eine Vergewaltigung. Selbst eine schwere Geburt kann Auslöser für eine PTSP sein.

 

Stress fördert chronische Entzündungsprozesse

Doch Diabetes in Folge einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu entwickeln, ist nur ein Risiko der Erkrankung. Auf Dauer greift die verletzte Psyche auch den Organismus an. Es zeigt sich, dass die Immunabwehr von Patienten beeinträchtigt wird. Das provoziert chronische Entzündungen. Diese stehen wiederum unter Verdacht, auch Krankheiten wie Gefäßverkalkung oder Demenz auszulösen.

Selbst wenn die Krankheit behandelt und besiegt ist, ist die Immunabwehr nachweislich noch Jahre später auf „Krawall gebürstet“ und schießt womöglich sogar über das Ziel hinaus. So können weitere Autoimmunkrankheiten entstehen.

 

 

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